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Die ewigen Feuer der Chimäre

Der Sage nach war sie ein Mischwesen aus Löwe, Ziege und Schlange, das drei Köpfe besaß, aus denen sie Feuer spie: die Chimäre. Wo sie starb, schlagen auch heute noch Flammen aus dem Boden.



In der Sage aus dem griechischen Altertum hauste die Chimäre in Lykien und terrorisierte dort die Menschen und ihr Vieh. Homer berichtet in der "Ilias" davon, dass sie von göttlicher Natur sei: eine Tochter von Echidna und Tartaros und die Schwester von Kerberos, Sphinx und Hydra. Jobates, der König von Lykien, beauftragte Bellerophontes, den Enkel des Sisyphos, das Ungeheuer zu töten, in der Annahme, dieser würde bei dem Versuch umkommen.

Dank des fliegenden Pferdes Pegasus, das er mit dem goldenen Zaumzeug der Göttin Athene gezähmt hatte, gelang Bellerophontes das Vorhaben jedoch, indem er aus der Luft Pfeile auf das dreiköpfige Wesen abschoss und ihr nach dreitägigem Kampf schließlich mit dem Schwert die Köpfe abschlug. Dort wo die Köpfe zu Boden fielen, entzündete sich der Boden zu ewig brennenden Flammen.

Die Inspiration zur Sage lieferten die auch heute noch sichtbaren "ewigen Feuer der Chimäre" in der Nähe des Dorfes Cirali, etwa 70 km südwestlich von Antalya, im Nationalpark Olimpos Beydaglari. Die Feuer des "Brennenden Berges" werden durch Gase genährt, die aus kleinen Spalten im Boden austreten und sich entzündet haben. Es wird angenommen, dass das Naturphänomen bereits in der Antike existierte.

Auch wenn archäologische Indizien dafür fehlen, gilt es als fast sicher, dass an dieser Stelle ein antikes Heiligtum gestanden hat, an der Hephaistos, dem Gott des Feuers gehuldigt wurde. Die etwa drei Kilometer entfernte Stadt Olympos war in der Antike das Zentrum des Hephaistos-Kultes. Heute finden sich hier nur noch Überreste einer kleinen Kirche, die aus dem Mittelalter stammen.

Offenbar brannten die Feuer früher jedoch stärker als heute, so dass sie von weithin sichtbar waren und bei Nacht Seeleuten als Orientierung dienten. Heute sind nur noch geringe Flammen von ca. 30 cm Höhe zu sehen, was darauf hindeutet, dass die unterirdischen Gasvorräte abnehmen. Bei Nacht sind die über eine Fläche von gut zwei Kilometern Länge verstreuten Feuer noch immer ein äußerst sehenswertes Naturspektakel, das sich kein Besucher der Ferienorte um den Nationalpark entgehen lassen darf.

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