Keine Frage: Die Amyntas-Gräber von Fethiye suchen ihresgleichen und ölüdeniz ist traumhaft. Weißer, feinkörniger Sand, pinienüberzogene Küstenhänge, kristallklares Lagunenwasser, azurblau: Smaltefarben hat Homer das Wasser seiner Heimat genannt. Smalte war eine alte kobaltblaue Porzellanfarbe.
Aber trotzdem bietet Lykien so viel mehr: Simena zum Beispiel. Die Stadt war Piratennest, Johanniterfeste und Fischerdorf in einem. Aus Platzmangel bleibt den Bewohnern von Kaleköy (so heißt Simena heute: Burgdorf) nichts anderes übrig, als Haus und Hof in die Ruinen ihrer Vorfahren zu integrieren: Antike Stadttore sind heute Kneipentüren, lykische Treppen führen zu winzigen Lokantas. Oder Kalkan: Der Ort war einmal eine griechische Enklave, weshalb seine kleinen verschachtelten Häuschen immer noch weiß gekalkt sind. Heute haben hier vor allem Künstler aus Istanbul ihren Zweitwohnsitz. Und es gibt einen Platz namens Chimaera.
Der Sage nach erschlug der Held Bellerophon auf seinem Pferd Pegasus ein dreiköpfiges Ungeheuer, die feuerspeiende Chimäre. Dort, wo ihre Köpfe zur Erde fielen, brennen seither ewige Flammen, die de facto von dem hier aus der Erde strömenden Gas gespeist werden. |